Gemeinschaftspraxis

Dr. med. Renate Anna Frank
Hautärztin - Allergologie - Naturheilverfahren
Phlebologie - Umweltmedizin - Akupunktur

Stephanie Sornkhom
Hautärztin - Allergologie - Naturheilverfahren

Marktplatz 1
71634 Ludwigsburg
Tel. 0 71 41 / 92 50 -05 oder -15

 

Allergologie

Allergien haben Konjunktur. Vor wenigen Jahrzehnten noch kaum von Bedeutung, haben sie sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit entwickelt. Immer mehr Patienten leiden an allergischen Beschwerden verschiedenster Art. Blütenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare aber auch Lebensmittel, Medikamente und Schmuck können allergische Reaktionen auslösen. Die Nase läuft, die Augen tränen, Niesanfälle quälen, die Haut rötet sich und juckt, die Verdauung spielt verrückt. Ursache für diese Symptome ist eine Überreaktion des menschlichen Abwehrsystems auf eigentlich harmlose Substanzen aus unserer Umwelt. Häufig sind die Beschwerden so heftig, dass sie mit einem hohen Leidensdruck und Leistungseinschränkungen in Schule und Beruf einhergehen. Viele Betroffene empfinden daher einen erheblichen Verlust an Lebensqualität. In vielen Fällen liegt ein langer Weg und akribische Detektivarbeit vor Patient und Arzt, bis die Ursache für eine Allergie geklärt ist.

Informationen: www.allergie-aktuell.de

 

Was sind die typischen Beschwerden?

Die Zeichen einer Allergie können sich in fast allen Geweben und Organen entwickeln. Allerdings sind die Körperoberflächen wie Haut und Schleimhäute, die mit der Außenwelt in Kontakt stehen und somit leicht zugänglich für Allergene sind, am häufigsten betroffen. Betrachtet man die auftretenden Beschwerden, kann man bei Vorliegen einer Allergie auch von einer Entzündung sprechen. Die typischen Allergie-Symptome treten an folgenden Organen auf:

Haut
Als allergische Reaktionen der Haut sind v.a. Rötungen, Juckreiz, Schuppung oder auch Quaddeln zu nennen. Bekannte Allergien, die sich auf der Haut äußern, sind z.B. die Nesselsucht oder die Nickelallergie.

Auge
Am Auge kommt es zu erhöhtem Tränenfluss, Rötung, Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, Augendruck, Lidschwellung und Bindehautentzündung.

Nase
Die Nase verstopft oder läuft ständig. Auch Juckreiz, Niesen und Schleimhautschwellung zählen zu den typischen Beschwerden.

Hals-Rachen
Auch im Hals-Rachen-Bereich können Schwellungen, Entzündungen, Heiserkeit und „Kratzen“ auftreten.

Lunge
Atemnot und quälender Hustenreiz sind die typischen Beschwerden, die sich an den unteren Atemwegen äußern.

Verdauungstrakt
Im Verdauungstrakt kann es zur Entzündung und/oder Schwellung der Schleimhäute, mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Erbrechen und Durchfall kommen.

Sonstige
Auch Herzrasen, Schwindel, Blutdruckabfall und Hautblässe sind keine Seltenheit und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Sicherlich haben Sie bei sich selbst oder bei Allergikern in ihrem Umfeld bereits festgestellt, dass die Allergie nicht nur die oben genannten Organe betrifft. Die quälenden Beschwerden führen meist auch zu Abgeschlagenheit, Erschöpfung und Lustlosigkeit.

Der Allergiker kann – je nach Ausdehnung und Stärke der Symptome – einen erheblichen Verlust an Lebensqualität empfinden.

 

Allergene - Auslöser der Allergie

Allergien werden ausgelöst durch sog. Allergene. Diese können über verschiedene Wege (Atemluft, Nahrung, Haut, Blut) in den Körper gelangen und werden daher auch nach ihrem Aufnahmemechanismus unterschieden in:

Inhalationsallergene
Zu dieser Gruppe gehören die Pollen von Gräsern, Sträuchern, Bäumen und Kräutern, die für den allseits bekannten Heuschnupfen
(allergische Rhinitis) verantwortlich sind. Daneben sind auch die Ausscheidungen von Hausstaubmilben und Absonderungen von Haustieren, die als Staubbestandteile anfallen, Inhalationsallergene.

Kontaktallergene
Diese Allergene lösen bei Hautkontakt allergische Reaktionen auf der Haut aus. Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang die „Nickelallergie“, die durch Nickel in Knöpfen und Modeschmuck hervorgerufen wird. Daneben können Inhaltsstoffe von Desinfektionsmitteln und Salben Allergien auslösen. Auch Pflanzen, Textilien, Duftstoffe und Pflaster können Allergene enthalten.

Nahrungsmittelallergene
Durch den Verdauungstrakt gelangen die sog. Nahrungsmittelallergene in den Körper. Prinzipiell kann jedes Nahrungsmittel eine Allergie auslösen. Einige Nahrungsmittel führen allerdings sehr häufig zu allergischen Reaktionen. Dabei unterscheiden sich die Nahrungsmittel, auf die Erwachsene bzw. Kinder besonders häufig allergisch reagieren.

Die typischen Nahrungsmittelallergene im Kindesalter sind:
• Milch
• Hühnerei
• Nüsse
• Soja
• Weizen
• Fisch

Im Erwachsenenalter überwiegen dagegen Allergene aus Gemüse und Obst. Oftmals liegt eine Pollenallergie zugrunde. Ist ein Nahrungsmittelallergen ähnlich aufgebaut wie das Pollenallergen, das zu allergischen Reaktionen führt, kann auch das Nahrungsmittelallergen diese unangenehmen Wirkungen haben. Man spricht dann von einer „Kreuzallergie“. In diesem Fall hat dann nicht das Nahrungsmittelallergen zur Sensibilisierung geführt, sondern das Inhalationsallergen. Damit kann also ein Patient mit Heuschnupfen oder allergischem Asthma auch gleichzeitig eine Nahrungsmittelallergie aufweisen.

Injektionsallergene
Zu den Injektionsallergenen zählen Insektengifte (v.a. Wespenund Bienengift) sowie Medikamente, die in den Muskel, Blut oder unter die Haut gespritzt werden. Heute gibt es für viele Medikamente eine Alternative, sodass das Risiko für eine allergische Reaktion gering gehalten werden kann.

Ganz ausschließen lässt sich eine allergische Reaktion auf Medikamente jedoch nicht. Neben der Einteilung nach dem Aufnahmemechanismus ist auch die Unterscheidung nach dem saisonalen Auftreten der Allergie sinnvoll.

Zu den saisonalen Allergenen zählen natürlich typischerweise Pollen- und Insektengiftallergene, da sie lediglich zu bestimmten Jahreszeiten von Bedeutung sind. Ganzjährig sind dagegen die Allergene von Schimmelpilzen, Hausstaubmilben und Tieren vorhanden. Auch Berufs- und Kontaktallergene sowie Nahrungsmittelallergene sind unabhängig von der Jahreszeit vorhanden.

 

Sind alle Allergien erblich?

Im Zusammenhang mit Allergien wird häufig der Begriff „Atopie“ verwendet. Unter „Atopie“ versteht man die erbliche Neigung, eine Allergie zu entwickeln. Trägt ein Elternteil die genetische Veranlagung für Allergien, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind Träger dieser Erbanlage ist, 25%. Sind beide Elternteile Atopiker steigt das Risiko auf 50%.

Zu dem atopischen Formenkreis allergischer Erkrankungen zählen neben der Neurodermitis z.B. auch die allergische Rhinitis (umgangssprachlich als Heuschnupfen bekannt), das allergische Asthma bronchiale und die Urtikaria (Nesselsucht).

In den letzten Jahrzehnten erhärtete sich allerdings auch der Verdacht, dass neben der erblichen Anlage insbesondere auch die Lebensweise in den westlichen Industrienationen die Entstehung von Allergien begünstigt. Deutlich wird dies durch die Tatsache, dass der typische Allergiker nicht in den Entwicklungsländern zu finden ist, sondern in einem besonders gepflegten, hygienisch reinen Elternhaus aufwächst. Die Kontakte mit verschiedensten Umwelteinflüssen – insbesondere im ersten Lebensjahr – sind wahrscheinlich insofern wichtig, da sie zu einer Gewöhnung des Immunsystems führen und somit Überreaktionen auf harmlose Substanzen vorbeugen.

 

Sonderfall: Pseudoallergie

Immer mehr Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel mit Beschwerden, die denen einer Allergie ähneln. Hierdurch kommt es oftmals zu Verwechslungen zwischen der „echten“ Nahrungsmittelallergie und der Pseudoallergie.

„Echte“ Allergien sind durch die Beteiligung des Immunsystems gekennzeichnet. Dies ist im Falle der Pseudoallergie nicht der Fall. Hier treten zwar allergieähnliche Beschwerden auf, diese werden allerdings nicht durch eine Überreaktion des Immunsystems hervorgerufen.

Pseudoallergien werden ausgelöst durch Lebensmittelzusatzstoffe und Aromastoffe, die in den meisten Fertigprodukten enthalten sind. Hierzu zählen z.B. Konservierungsstoffe wie Sorbinoder Benzoesäure, Farbstoffe wie Tartrazin sowie Natriumglutamat (ein Geschmacksverstärker) und Süßstoffe.

Auch Salicylate und p-Hydroxybenzoesäure, die natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommen, können Pseudoallergien auslösen.

Eine weitere wichtige Gruppe von Auslösern sind die sog. biogenen Amine. Dazu zählen Histamin in Sauerkraut und Wein, Serotonin in Bananen, Tyramin in manchen Käsesorten und Schalentieren sowie Phenylethylamin in Schokolade.

Pseudoallergien sind oftmals – im Gegensatz zu den „echten“ Allergien – dosisabhängig. Geringe Mengen in Lebensmitteln werden meist vertragen.

Pseudoallergische Reaktionen treten sehr viel seltener auf, als die „echten“ Allergien.

Allerdings werden bei Patienten mit bestimmten Erkrankungen z.B. Nesselsucht (Urtikaria), häufiger Pseudoallergien beobachtet.